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Andreas Hoch

 

Wohnort: Triberg-Nußbach
Beruf: Student
Astronomischer Schwerpunkt: Visuelle Beobachtung, Astrofotografie
Homepage:

http://www.flickr.com/photos/andreas_hoch http://vimeo.com/ahoch

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200-1200 GSO Newton mit Sonnenfilter auf Losmandy G11

Wie kam ich zur Astronomie?

An den ersten Kontakt mit der Astronomie erinnere ich mich noch gut. Es war im Jahr 1999 als sich die Mondscheibe vor die Sonne schob. Die Sonnenfinsternis bobachtete ich vom Schwarzwald aus mit einer einfachen SoFi-Brille. Natürlich war ich fasziniert von dem "Feuerring" der sich bildete und der kurzen Dunkelheit auf der Erde, die Kühe und Hühner dazu trieben in den Stall zu flüchten. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass es überhaupt eine Wissenschaft gibt, die sich mit solchen Himmelsphänomenen beschäftigt. Ich hatte keine Ahnung wie weit der Mensch schon ins All vorgedrungen war und was das überhaupt ist. Deshalb entstand der Gedanke erst gar nicht, die Astronomie zu einem, zu meinem Hobby werden zu lassen. Schließlich hatte ich mit meinen 10 Jahren ganz andere Interessen.

So rückte der Himmel und alles was er zu bieten hatte in den Hintergrund, bis 2002. Ahnungslos liefen meine Familie und ich an einem Fotogeschäft vorbei. Neugierig betrat ich den Laden um zu fragen, was denn das für ein Gerät sei, das ich schon von der Straße aus entdeckte. Der geduldige Verkäufer erklärte mir die Funktion dieser Röhre und weckte erstmals bewusst mein Interesse an der Astronomie. Eine Stunde später war das Ding (ein Bresser Lyra Refraktor) meins und meine Eltern waren sehr skeptisch. "Kann er damit überhaupt etwas anfangen? Ist das nicht viel zu kompliziert? Und was macht man überhaupt damit?" Da ich keinerlei Hintergrundwissen hatte und totaler Neuling im Umgang mit einem Teleskop war, verschlang ich zunächst einmal das dünne Handbuch. Etwas abgeschreckt von den vielen neuen Fachbegriffen und riesigen Zahlen wurde zugleich meine Neugier geweckt und ich blieb dran. Ich las viel und versuchte mir die neue Welt begreiflich zu machen. Die ersten Mondbeobachtungen waren einfach zu vielversprechend um jetzt aufzugeben.

Rund zwei Jahre später war ich soweit, dass ich sagte ein neues Teleskop muss her. Im gleichen Fotogeschäft kaufte ich ein computergesteuertes Teleskop (einen 114/1000 Newton). Die GoTo-Steuerung zu bedienen war für mich sehr schwierig und so beobachtete ich meistens ohne den "hilfreichen" Computer, der es Einsteigern wie mir doch erleichtern sollte, sich am Himmel zurechtzufinden. Dennoch konnte ich mit meinem ersten Spiegelteleskop erstmals Jupiter, Saturn, Mars, Venus und einige Nebel (wie z.B. den Andromedanebel und Orionnebel) beobachten.

Frühling 2005. Meine ersten Versuche mit einer einfachen Webcam (ToUcam Pro II) Planeten aufzunehmen folgten. Bis hierhin dachte ich, ich würde mich nun schon ganz gut auskennen in der Welt der Astronomie. Doch nun kam eine völlig neue Sparte der Astronomie hinzu - die Astrofotografie. Ich wusste nichts! Viel Zeit verging, bis ich diese Kamera routiniert bedienen konnte. Auch die Arbeit mit einem Computer war mir bis dahin fremd, von Bildverarbeitung ganz zu schweigen.

Ein halbes Jahr verging, dann hatte ich das Bedürfnis mein Hobby mit mehr Öffnung zu betreiben, sprich: Ein größeres Teleskop, das man auch fürs Fotografieren einsetzen konnte, war erwünscht. Ich sparte mir das nötige Geld zusammen und hielt Monate später einen GSO Dobson mit 200mm Spiegeldurchmesser und 1200mm Brennweite in den Händen. Ich war überwältigt von der Größe dieses Teleskops, sowie von der Einfachheit mit der es sich bedienen lies. Damit verbrachte ich zahlreiche schöne Nächte und es folgte ein "Aha-Erlebnis" nach dem Anderen. Auch in der Fotografie tat sich etwas. Ich schusterte meine ersten Mosaike des Mondes zusammen und es entstanden Planetenaufnahmen, die die Planetenscheiben nun erfreulich groß zeigten. Das Dobson-Teleskop war für mich das Maß aller Dinge und meine Einstiegsteleskope mussten schließlich weichen. Für kurze Zeit besaß ich noch ein billig erstandenes, parallaktisch montiertes Linsenteleskop (80/400), mit dem ich vor allem mit einer Kompaktkamera Bedeckungen und Finsternisse fotografierte. Jedoch war ich meist unzufrieden mit den Bildern, die dabei entstanden.

Mein Plan war nun ernsthaft in die Astrofotografie einzusteigen. Dafür brauchte ich eine vernünftige Montierung. Mein Traum war bald eine Losmandy G11. Aufgrund des schwächelnden Dollarkurses fiel der Preis der in den USA produzierten Losmandy Montierungen wöchentlich. Nach sehr langen Zeiten des Sparens kam die G11 finanziell in Reichweite und ich schlug zu. Im Oktober 2008 war sie endlich da und ich konnte mein Hobby auf einer neuen Ebene fortführen. Derzeit betreibe ich den 8'' Dobson auf der G11 und fotografiere immer noch mit der Webcam. Langweilig wird es mit dieser Kombination nicht und irgendwann habe ich vor mit einer geeigneten Kamera in die Deep-Sky Fotografie einzusteigen.

Durch die Gründung einer lockeren Gruppe von Amateurastronomen im Jahr 2009, dem Astrostammtisch Furtwangen, ist es nun auch möglich, sich auszutauschen und sich gegenseitig zu helfen. Ein Gewinn für uns alle.

Die Astronomie: Mein Hobby seit ich 10 Jahre alt bin, der Grund, dass mein Geldbeutel dauernd leer ist, meine Leidenschaft, doch warum das alles? Für Außenstehende scheinbar sinnloses Verharren in der Nacht für mehrere Stunden bei unangenehmen Temperaturen, mitten in der Pampa und weit entfernt von hell erleuchteten Städten. Für mich ein Ausgleich zum hektischen Alltag, neue (Stern-)Welten erfahren, einmalige Anblicke, die Nähe zur Natur und nicht zuletzt um zu begreifen, wie gigantisch das Ausmaß unserer Schöpfung ist und dass wir alle nur ein winziger Bestandteil dieser sind. Zudem begeistert mich der Facettenreichtum dieses Hobbys. Man kann sich mit so vielen Teilgebieten beschäftigen: Der reinen visuellen Beobachtung, dem Festhalten seiner Beobachtungen durch Zeichnungen oder Bilder, dem Bau von ganzen Teleskopen oder Zubehör, um nur einige der populärsten Richtungen aufzuzeigen. Um dieses Hobby betreiben zu können, braucht man wahnsinnig viel Geduld, großes Interesse und Neugierde, Durchhaltevermögen und natürlich sollte man daran Spaß haben. Die Astronomie - in jeder Hinsicht ein Gewinn für mich.