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1. SSF Astro-Camp (Bielerhöhe), 26.-28.08.11

 

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Die Anreise am Freitag wurde von den Teilnehmern individuell gestaltet. Sie verlief problemlos, spaßiger waren allerdings die Serpentinen die Silvretta-Hochalpenstraße hinauf.

Selbst unten im Montafon herrschten Temperaturen um 35°C und bei der Ankunft oben am Madlenerhaus waren es noch knapp 30°C (und das auf 2000m Höhe!). Dort blies aber eine ordentliche frische Brise, die auch mal kurz Sturmstärke erreichte.

Der Blick zum Himmel versprach nichts Gutes, nahezu minütlich veränderte sich die Wolkenlage. Dieses wechselhafte Wolkenbild beherrschte den restlichen Nachmittag und Abend.

Nach dem Abendessen vertrieben wir uns die Zeit mit einem Spaziergang zum Stausee. Bei der Gelegenheit schauten wir uns auch den Parkplatz an, der für die Beobachtung empfohlen wird. Der ist sehr geräumig und dunkel ist es dort auch.

Als es zur späteren Stunde zu regnen begann, war endgültig besiegelt, dass wir den restlichen Abend in der Gaststätte zubringen werden. So verbrachten wir noch einen gemütlichen, lustigen und geselligen Abend bis zur Hüttenruhe.

 

 

Der Samstagmorgen war dann ein richtiger Schock. Die Berge in dicken Wolken verpackt, regnete es bei nur noch 4°C. Während des Frühstücks begann es dann zu allem Überfluss auch noch zu schneien. Jetzt hatten wir so ziemlich alle Wetter durch.

Doch Andreas, sein Dad und die zwei Osterholzer Jungs Christian und Michael ließen sich als echte Schwarzwälder nicht von so ein bisschen Schnee abhalten. Also rein in die Bergklamotten, Rucksäcke geschnürt, und gegen 11 Uhr machten sich die vier wackeren Männer auf den Weg zur Wiesbadener Hütte. Helmut und Melanie schauten sich das Wetterdrama durch die Fenster an - keine Wetterbesserung in Sicht, auch das Donnern ließ nicht ganz nach.

Gute zwei Stunden später waren die Männer alle wieder heil in der Hütte angekommen - sehr zu unserer Erleichterung! Statt zur Wiesbadner Hütte, hatten sie eine Tour um den Silvrettasee gemacht.

Nach dem Mittagessen im Hütten-Gastraum hatte der Schneefall nachgelassen, und die Sonne blitzte durch. Außerdem hörte sich der Wetterbericht für die Nacht gar nicht so schlecht an…

Beim Abendessen, der Himmel sah immer noch ganz gut aus, stieg die Spannung. Andreas machte den Anfang, er wollte noch die Stimmung einfangen, bevor es ganz dunkel war. Michael und Melanie kamen später nach. Warm eingepackt und gut ausgerüstet fuhren wir dann zum Beobachtungsplatz. Anfängliche Wolkenreste konnten uns die Stimmung auch nicht verderben, und auch nicht die 1 Grad Temperatur.  Alleine das Bergpanorama um uns herum, und über uns die Milchstraße - was will man mehr! Und bald war von den Wolken auch nichts mehr zu sehen, und der Sternenhimmel bot sich uns in seiner ganzen Pracht dar! Helmut und Christian kamen auch mal vorbei, um nach uns zu sehen.

Ausgerüstet mit Andreas Fotoausrüstung, Michaels 12" Dobson und meinem C5 machten wir uns ans Werk.

M31 konnte man mit dem  bloßen Auge problemlos und klar am Himmel erkennen, Michael begann mit M81/M82, schön klar zu sehen. Als  nächstes nahm er den Cirrusnebel ins Visier, ein Traum! Weiter ging es mit M54 knapp über dem Berg, M57, schöner Donut, und M56. Zwischendurch wurden wir immer wieder von ziemlich hellen Sternschnuppen überrascht, und auch die ISS zog ihre Bahnen über unseren Beobachtungsplatz. M27 kam auch ziemlich gut, M71 wurde dann als nächstes ins Visier genommen, und auch der Komet Garradd in der Nähe war schön zu sehen. Jupiter erfreute uns auch noch lichtstark überm Horizont. Traumhaft zu sehen war dann noch M76, der kleine Hantelnebel, selbst im C5! Trotz warmen Klamotten und Tee wurde es langsam frisch und - nur ungerne! - packten wir zusammen. Noch die Scheibe freigekratzt bei mittlerweile 0 Grad, und ab ging es zurück zur Hütte - hochzufrieden!

Müde aber zufrieden wachten wir am Sonntagmorgen auf und genossen ein letztes Mal das reichhaltige Frühstücksbuffet. Heute hatten wir echtes Sonntagswetter - strahlend blauer Himmel! Die Hochs, Christian und Michael wollten das Wetter nicht ungenutzt lassen und noch den Bielerkopf besteigen. Als alle wieder heil unten waren ging es auf den Heimweg.

Unser Fazit: Das Madlenerhaus ist perfekt eingerichtet für das SSFAC. Das Essen und der Service, sowie die Zimmer sind gut. Und der Himmel verspricht einiges. Die Anfahrtszeit mit 3 - 3,5 Std. liegt auch noch in erträglichem Rahmen. Ich hoffe nächstes Jahr klappt es mit einer zweiten Auflage des SSFAC.